Wie alles begann und wofür wir das eigentlich machen

 

Die Geschichte zu AUGENHÖHE begann bereits Ende 2013, als sich 5 Menschen auf einem Barcamp trafen und sich in einer Session zum Thema ‚Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?‘ austauschten. Es gab schon so viele ermutigende Beispiele von Unternehmen, die vieles anderes machten, als man es kannte. Die Idee war geboren, dies sichtbar zu machen, um andere zu ermutigen, auch neue Wege zu gehen. Ein Film musste her!

Durch Crowdfunding finanziert entstand dann im Laufe des Jahres 2014 der Film AUGENHÖHE und die Resonanz und die Community rund um das Thema AUGENHÖHE wuchs stetig. Anfang 2015 fand dann in Hamburg im Museum der Arbeit die Premiere des AUGENHÖHE Films statt.

 

Doch woher kommen die neuen Mitarbeiter in den neuen Unternehmen?

Doch schon seit Anbeginn des Projektes tauchte immer wieder die Frage auf, „Wenn sich die Arbeitswelt verändert, müsste sich dann eigentlich nicht auch Schule verändern?“ Einige der Macher*innen von AUGENHÖHE, die selber Kinder hatten, konnten solche Ansätze von ‚New Work‘ oder ‚Selbstorganisation‘ in den Schulen nicht beobachten. Im Gegenteil: Unsere Bildungslandschaft ist von ‚New Education‘ weit entfernt. Doch bei genauerer Betrachtung gibt es auch unter den Schulen viele Pioniere, die neue (Lern-)wege gehen. Was lag da also näher, als auch diese Beispiele sichtbar zu machen?

Nachdem die Idee AUGENHÖHEmachtSchule ordentlich gereift und neben vielen Aktivitäten im Bereich Wirtschaft (u.a. einem zweiten Film), die ganze Zeit nebenher auf kleiner Flamme geköchelt hat, war es dann im Herbst 2016 soweit: AUGENHÖHEmachtSchule wurde zum dritten AUGENHÖHE Filmprojekt gekürt und ein Projektteam formierte sich.

2017 ging es dann endlich los. Wir drehten in der Freien Dorfschule Lübeck und an der (staatlichen) Sekundarschule Jülich. Danach hatten wir erstmal genügend Material, um ein Crowdfunding Video für die Finanzierung zu erstellen. Im September 2017 fiel dann der Startschuss zum Crowdfunding auf Startnext und zwei Monate später hatten wir rund €62.000 um den Film fertigzustellen.

 

AUGENHÖHEmachtSchule Crowdfunding Video from AUGENHÖHEworks on Vimeo.

 

Welche Schulen werden als „Vorbild“ dienen?

Nun standen wir vor der schwierigen Aufgabe, aus der mittlerweile sehr langen Liste von Schulen, 5-6 weitere für den Film auszuwählen. Wie sollten wir unsere Kriterien setzen? Jede dieser Schulen hatte etwas Besonderes und lebte auf ihre Weise eine Art von AUGENHÖHE. Wir gingen dann zunächst nach der Einwandsbehandlung vor. Da heißt, wir überlegten uns vorher, welche Einwände Schulen hervorbringen könnten, warum so etwas bei ihnen nicht geht (weil wir zu groß sind, weil wir in Bundesland XY sind, weil wir keine Neugründung sind, weil wir uns an staatliche Vorgaben halten müssen, etc.). Heraus kamen schließlich acht Schulen aus sieben verschiedenen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg, NRW, Hessen, Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern). Zwei freie-, eine Montessori- und fünf staatliche Schulen, darunter sowohl Grund- als auch weiterführende Schulen, inklusive eines Gymnasiums. Eine der Schulen war keine Neugründung, sondern hat sich aus dem bestehenden System heraus transformiert.

Wofür machen wir das alles?

– Wir möchten Mut machen!

 

Wir haben erlebt, dass eine andere Lernkultur – auch an staatlichen Schulen mit all ihren restriktiven Vorgaben – möglich sein kann. Mit diesem Film wollen wir keine Anleitung liefern, wie es gehen kann, sondern Mut machen und Anreize liefern, damit auch andere Schulen sich verändern und auf den Weg machen können. Genauso haben das ‚unsere‘ Schulen auch gemacht. Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Sich an positiven Beispielen orientieren, an anderen Schulen hospitieren, gucken was passt, ausprobieren und nachjustieren.

 

Wir möchten einen Raum aufmachen, Schule mal völlig anders zu denken!

Dazu gehört, auch vermeintlich verrückte Ideen auszuprobieren. Wie unsere bayerische Montessori-Schule, die Jugendliche der 7. und 8. Klasse für je fünf Wochen am Stück auf einen Bauernhof schickt, wo sie sich selbst, sowie die Tiere und Pflanzen versorgen müssen. Oder wie die Sekundarschule Jülich, die im Projekt ‘Schüler helfen Senioren’ den Schulraum nach außen öffnet.

 

Wir möchten vernetzen und die unterschiedlichen Akteure zusammenbringen!

Am besten entfaltet der Film seine Wirkung in einer Film & Dialog Veranstaltung in der Schule, wo er von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern gemeinsam geschaut wird. All diese Akteure rund um das Thema Schule haben unterschiedliche Ansätze, Sichtweisen und Bedürfnisse. Diese können nur in einem Dialog zusammengebracht werden. Im besten Fall entstehen so kleine Arbeitsgruppen, die überlegen, was davon vielleicht an ihrer Schule umgesetzt oder weiterentwickelt werden kann. Manchmal entstehen so auch ganz neue Ideen.

 

Der Film steht seit dem 28. September 2018 online auf unserer Website zur freien Verfügung. Für die Vorführung (im Bildungsbereich) muss keine Lizenz gezahlt oder um Genehmigung gefragt werden. Auch Gema Gebühren für die Musik fallen nicht an. Aber wir würden uns trotzdem freuen, wenn wir von den vielen Veranstaltungen erfahren würden, um zu sehen, wie die Idee von AUGENHÖHEmachtSchule dann tatsächlich Schule macht! Auf unserer Community Plattform kann der Termin für die Film & Dialog Veranstaltung ganz einfach – und selbstorganisiert – in unseren Veranstaltungskalender eingetragen werden.

Mehr Infos und den Film gibt es unter: schule.augenhoehe-film.de

 

Wir freuen uns auf hunderte oder tausende von Film & Dialog Veranstaltungen. Zusammen können wir einen – oder sogar viele Steine ins Rollen bringen und wirklich etwas Grundlegendes in der Bildungslandschaft verändern!

 

Herzlichst,

Vanessa Christoffers-Trinks

Projektteam AUGENHÖHEmachtSchule / Vorstand AUGENHÖHEcommunity e.V.

 

Herzlichsten Dank, liebe Vanessa für diesen Einblick. Einige Akteure des Münchner Manifests möchten 2019 einige solcher Filmveranstaltungen durchführen! – AUGENHÖHE war übrigens bei der Erstellung des Manifests mit Sven Franke auch aktiv beteiligt!

Wer auch immer sich dazu ebenfalls berufen fühlt – sehr gerne! Wir (Aktion gute Schule, Alexandra Lux) sind dabei gerne unterstützend tätig!

 

Die Montessori-Schule Balanstraße wird den Film schon am 04. Dezember 2018; 20:00 Uhr zeigen!

 

Da Bayern jetzt die CSU-Hoheit im Kultusministerium aufgibt setzen wir große Hoffnungen in eine Veränderung 🙂

Das Manifest-Team

 

©Foto: AUGENHÖHEmachtSchule